Freidank
Der Dichter wird von Zeitgenossen in der zweiten Hälfte des 13. Jh. erwähnt. Seine Heimat ist wahrscheinlich Süddeutschland. Er gehörte nicht dem ritterlichen und geistlichen Stand an, sondern ist wohl als fahrender Meister („vagus“) anzusehen.
Die Bescheidenheit ist keine Sprichwortsammlung, vielmehr eine Sammlung sprichworthafter knapper Denksprüche in gereimten Doppelviertaktern, die religiöse und moralische Erkenntnisse des hochmittelalterlichen Denkens vermittelt. Die lateinisch-deutsche Fassung, vor der Drucklegung in zahlreichen Handschriften überliefert, entstand im 14. Jh.
Ausgabe: Vridankes Bescheidenheit. Hrsg. u. eingel. von Wilhelm Grimm. 1. Aufl. Göttingen 1834, 2. Aufl. Göttingen 1860.
Vgl. Verf.Lex.² II 897–903; XI 461. — Singer, Samuel: Sprichwörter des Mittelalters. Bd 2. Bern 1946 S. 155–187, Bd 3. Bern 1947 S. 7–19 — Neumann, Friedrich: Meister Freidank. In: Wirkendes Wort 1 (1950/51) S. 321–331 — Jäger, Berndt „Durch reimen gute lere geben“. Untersuchungen zu Überlieferung und Rezeption Freidanks im Spätmittelalter. Göppingen 1978. (Göppinger Arbeiten zur Germanistik. 238.). — Heiser, Ines: Autorität Freidank. Studien zur Rezeption eines Spruchdichters im späten Mittelalter und in der frühen Neuzeit. Berlin 2006. (Hermaea. NF 110.). — Leupold, Barbara: Die Freidankausgabe Sebastian Brants und ihre Folgedrucke. Untersuchungen zum Medienwechsel einer spätmittelalterlichen Spruchsammlung an der Schwelle zur Frühen Neuzeit. Diss. Marburg 2007 [3.VII.2014]. Zur hsl. Überlieferung vgl. den Handschriftencensus und das Marburger Repertorium der Freidank-Überlieferung [3.VII.2014].
10323 Freidank: Bescheidenheit, lat. und deutsch. [Leipzig: Konrad Kachelofen, um 1490]. 
36 Bl. a–c⁸de⁶. 32 Z. Typ. 2:160G, 3:89G.
Tit. Pꝛouerbia eloquentis  Freydangks innumeras  in ſe vtilitates cōplectentia  Bl. 2a []Ncepto nomen operi diſcretio donat  Uirtutes alias que ſumma laude coꝛonat  Ich byn genant beſcheidenheit  Die aller tugende krone treit  … Sign. b Der ſweich vnd ſe ein weiſer man  … Endet Bl. 36a Z. 32 Got criſt als ich meyn  Bl. 36b In treyen namen vnd iſt doch eyn  Ent hat freydanck mit mācher hande ſanck  Alſo hat gedicht der freidanck  Der doch got libt an wanck  Und gibt dem gedicht endt  Got mue vnern komer wendt  Extrema mauus mihi impoſita eſt 
Anm. Moirandat Company AG (Basel) Auktion 11 (2014) Nr 18*. — Bruce McKittrick (Narberth, Pennsylvania) 49th California International Antiquarian Book Fair (…) 12.–14.II.2016 Nr 62.
Reproduktionen: München SB (Digitalisat).
H 7360. Ce³ F-310. IBP 2248. CRF XIII 906. VB 1271. BSB-Ink F-258. Pr 2894. BMC III 629.IA 11640. Walsh: Harvard 1010. ISTC if00310000.
Annaberg-Buchholz *K. Berlin *SB. Brno LArch. Cambridge (Mass.) HoughtonL. Kraków BU. London BL. München SB. San Marino (Calif.) HuntingtonL. Strasbourg BNU. Toruń BU. Wien NB. Zwickau *RatsSchB. — Braunschweig (Malakoff).
Gesamtüberlieferung: 12 Exemplare/Fragmente in öffentlichen Einrichtungen.
Gesamtkatalog der Wiegendrucke • © 1990 Anton Hiersemann, Stuttgart • http://gesamtkatalogderwiegendrucke.de/docs/FREIDAN.htm • Letzte Änderung: 2011-12-14